Werdenberg lässt sich vom Schloss und dem mittelalterlichen Städtchen aus entdecken: Beide liegen am Werdenbergersee. Im Schloss vermittelt ein Museum 800 Jahre Gesellschaftsgeschichte. Zur Museumstour gehören Audioguides und Stereoskope; Rundgänge, Führungen und Workshops greifen die patriarchalische Herrschaft auf dem Schloss und das karge Leben der Untertanen im Städtchen auf. Dieses Programm wird von April bis Oktober angeboten. Das Schloss liegt 45 Meter über der Talsohle; von dort reicht der Blick über das Rheintal bis zu den Alpen.
Ein Städtchen mit eigenständigem Ortsbild
Werdenberg gilt als älteste Holzbausiedlung der Schweiz. Der Marktplatz mit seinen Lauben und die Häuser des mittelalterlichen Städtchens prägen den Ort; als Ortsbild von nationaler Bedeutung ist er im Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz erfasst. Ein markanter Einzelbau ist das Schlangenhaus, ein architektonisch besonders wertvolles historisches Gebäude mit barocker Bemalung. Zusammen geben Marktplatz, Lauben und bemalte Fassade dem Rundgang durch den Ort konkrete bauliche Bezugspunkte.
Auch die Bezeichnung Werdenberg hat einen historischen Bezug: Der Wahlkreis Werdenberg ist eine Verwaltungseinheit des Kantons St. Gallen und bildet innerhalb des St. Galler Rheintals die Region Werdenberg. Benannt ist er nach dem mittelalterlichen Städtchen und Schloss Werdenberg am Werdenbergersee. So stehen der Name der Region und ihr bekanntestes historisches Ensemble in direkter Verbindung.
Weitere Spuren aus Geschichte und Alltag
In der Region führen weitere Entdeckungen zu unterschiedlichen Kapiteln der Vergangenheit. Die Burgruine Hohensax wurde um 1200 erbaut und liegt am Rheintaler Höhenweg. Das Walserhaus Palfris stammt aus dem 14. Jahrhundert. In Grabs erzählt der jahrhundertealte Gewerbekanal Grabser Mühlbach von der Nutzung des Wassers: Ein ausgeschilderter Rundgang mit Informationstafeln führt an der Anlage entlang, Führungen lassen sich bei Werdenberg Tourismus buchen.
Eine andere historische Perspektive bietet das Artillerie Fort Magletsch, ein während des Zweiten Weltkriegs erbauter militärhistorischer Ort. Besuche sind nach Anmeldung möglich. Die Hammerschmiede Sennwald verbindet ein Museum mit Kursen, Führungen und Demonstrationen. Wer regionale Geschichte nicht nur an Gebäuden betrachten möchte, findet hier unterschiedliche Formen der Vermittlung – vom Rundgang am Gewerbekanal bis zum Besuch eines historischen Handwerksorts.
Wege mit verschiedenen Schwerpunkten
Auch die Wanderangebote setzen eigene Akzente. Der etwa 1,5-stündige Trübliweg führt an neun Informationsstationen vorbei und vermittelt Einblicke in Trauben, Reben und Wein. Dazu gehört ein SMS-Quiz zum Thema Wein. Der Schluchtenweg Sevelen ist dagegen ein etwa 3,5 Kilometer langer Rundweg mit Informationen über Gletschermühlen und Tierwelt. Sie können ihn am Parkplatz Glat oder von der Ortsmitte bei der Zivilschutzanlage aus beginnen. Eine 9,9 Kilometer lange Wanderung führt von Wartau über Buchs bis zum mittelalterlichen Städtchen Werdenberg; die Route bietet Zugang zu den Museen Werdenberg, darunter Schloss Werdenberg und das Schlangenhaus.
Für eine längere Tour führt der Margelchopf-Gipfelweg über 11 Kilometer, mit einer angegebenen Dauer von 4 Stunden und 35 Minuten sowie 900 Höhenmetern Aufstieg. Der Weg verläuft über Wiesen und Alpen zu einem grasbewachsenen Hochplateau mit Blick über das St. Galler Rheintal. Einen anderen Landschaftseindruck bietet das Hochmoor Gamperfin: Es lässt sich auf gut begehbaren Wegen erkunden, Besucher müssen wegen der Schutzbestimmungen jedoch auf den ausgewiesenen Wegen bleiben.
Der Voralpsee liegt auf 1.123 Metern Höhe in Grabs, eingebettet in Alpweiden und Wälder. Ein Spazierweg führt rund um den Natursee; im Sommer ist Baden möglich. Die Verbindung von See, Wald und Alpweiden unterscheidet diesen Ausflug von den historischen Ortsbildern und den thematisch geführten Wegen.
Kultur und Veranstaltungen
Die jährlich an Pfingsten stattfindende Schlossmediale Werdenberg dauert zehn Tage und widmet sich alter und neuer Musik sowie audiovisueller Kunst. Mit dem slowUp Werdenberg-Liechtenstein gibt es zudem einen jährlich stattfindenden Anlass auf autofreien Hauptstrassen durch Werdenberg und Liechtenstein. Die Veranstaltungstermine variieren; prüfen Sie die Daten der jeweiligen Ausgabe, wenn Sie Ihren Besuch danach ausrichten möchten.
Im und um das historische Städtchen gibt es Restaurants und Cafés. So lässt sich ein Aufenthalt zwischen Museum, Ortsbild und Wegen mit einer Einkehr im Ort verbinden, ohne dass daraus ein fester Tagesablauf werden muss.
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