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Auf der Ostalb erzählen römische Grenzanlagen, mittelalterliche Klöster und ehemalige Bergbauorte von ganz unterschiedlichen Kapiteln der Geschichte. Besonders anschaulich wird die römische Vergangenheit in Rainau: Der Obergermanisch-Raetische Limes durchzieht dort die Ortsteile Buch, Schwabsberg und Dalkingen auf etwa sechs Kilometern. Seit 2005 gehört er zum UNESCO-Welterbe.

Römische Spuren in Rainau

Im Limes-Park Rainau sind besonders schöne Teilstücke und bedeutende Einzeldenkmäler des Limes in einmaliger Konzentration erhalten. Ein nachgebauter Wachtturm ermöglicht den Rundumblick über die Ostalb. Auch das Limestor Dalkingen gehört zu den markanten Entdeckungen: Es gilt als einmaliges Bauwerk an der gesamten Limesstrecke zwischen Rhein und Donau.

Wer die Grenzlinie zu Fuß erkunden möchte, findet bei Rainau einen ausgeschilderten Rundwanderweg. Er ist etwa elf Kilometer lang; die Gehzeit beträgt ungefähr zweieinhalb Stunden. Der Weg führt von der Limesmauer und dem Limesturm zwischen Buch und Schwabsberg durch den Wald Mahdholz, entlang des Limes bis zum Südrand von Schwabsberg. Die ungefähren Angaben zu Länge und Gehzeit geben eine Orientierung für die eigene Planung.

Klostergeschichte und keltische Spuren

Das Kloster Lorch verbindet mittelalterliche Baugeschichte mit einer Ausstellung zur Vergangenheit des Hauses. Die Anlage umfasst eine mittelalterliche Kirche, die Klausur, Wirtschaftsgebäude und den Marsiliusturm. Von dort reichen die Ausblicke über die Klosteranlage, den Kräuter- und den Sinnesgarten bis in die Umgebung. Gegründet wurde das Kloster 1102 von Friedrich I., dem ersten Staufer, und seiner Frau Agnes von Waiblingen als Grablege. Die Dauerausstellung behandelt 900 Jahre Klostergeschichte; zu ihren Exponaten zählen die prächtig verzierten Lorcher Chorbücher.

Auf Schloss Kapfenburg treffen Gotik, Renaissance, Barock und Rokoko aufeinander. Die Anlage wurde 1311 erstmals urkundlich erwähnt, nie zerstört und immer wieder dem jeweiligen Zeitgeschmack entsprechend umgebaut. Eine andere historische Perspektive bietet der Ipf bei Bopfingen: Der Zeugenberg des Weißen Jura ist mit seinen Befestigungsanlagen ein bedeutendes Kulturdenkmal. Zur keltischen Freilichtanlage gehören ein rekonstruierter Grabhügel und ein Pavillon in Form eines keltischen Viereckgebäudes. Der Pavillon informiert über die keltische Geschichte und die Umgebung des Ipf.

Unter Tage und auf Wanderwegen

Im Besucherbergwerk Tiefer Stollen führt die Grubenbahn durch Versinterungen und kleine Tropfsteine in Sandsteinhallen mit 2.500 Quadratmetern Fläche, hundert Meter unter der Erde. Dort führt eine Multivisionsschau in die Geschichte des Erzbergbaus im Raum Aalen ein. Ein Rundweg durch das Stollenlabyrinth erschließt ehemalige unterirdische Abbaubereiche mit Schächten, Verladestellen und Erzabbaukammern.

Auch draußen lassen sich Wege nach Länge und Landschaft unterscheiden. Die 17 Kilometer lange Wanderblume-Tour 4 beginnt am Dorfhaus Bartholomä und führt durch das Felsenmeer und das Wental bis ins Hirschtal bei Steinheim. Eine Wanderung durch das Wental in Richtung Steinheim gilt als besonders familiengeeignet. Unterwegs prägen knorrige Bäume und bizarre Felsformationen das Bild; mit etwas Fantasie lassen sich darin Märchenfiguren und Tiere erkennen. Ein naturkundlicher Lehrpfad gibt Einblicke in die Natur des Urstromtals.

Mit 25 Kilometern ist die Wanderblume-Tour 2 länger und führt wieder nach Bartholomä zurück: vom Dorfhaus über die Weiherwiesen zum Volkmarsberg, weiter über den Kocherursprung bei Oberkochen, durch das Tiefental und über Tauchenweiler. Im Vergleich zählt hier nicht nur die Distanz, sondern auch der Verlauf: Die Tour 4 endet im Hirschtal, während Tour 2 zum Ausgangspunkt zurückführt. Prüfen Sie die Wegbedingungen für die 25-Kilometer-Tour vor Ort.

Radroute und Museen im Ostalbkreis

Für längere Radtouren bietet die Ostalb-Radrunde einen anderen Maßstab: Sie erstreckt sich über rund 305 Kilometer und ist in sechs Etappen sowie neun Verbindungsstrecken aufgeteilt, die sich individuell kombinieren lassen. Die Route führt durch den Ostalbkreis und überschreitet wiederholt Landkreisgrenzen. Sie verläuft auch durch die Landkreise Heidenheim und Rems-Murr sowie bis in den bayerischen Landkreis Donau-Ries.

Die Museumslandschaft ergänzt die historischen Orte um weitere Perspektiven: Der Ostalbkreis verfügt über 54 Museen und Sammlungen sowie 20 Standorte mit archäologischen Freilichtanlagen; diese Zahlen können sich im Laufe der Zeit ändern. Zum Angebot der Museen und Sammlungen gehören ganzjährig museumspädagogische Angebote, Museumsfeste, Aktionen rund um den Internationalen Museumstag im Mai und Museumsnächte. Wenn Sie eine Veranstaltung einplanen, prüfen Sie die konkreten Termine vor Ihrem Besuch.

Weitere Reiseziele entdecken: Rosenberg, Unterschneidheim, Schwäbisch Gmünd, Neresheim, Lauchheim, Kirchheim Am Ries, Ellwangen, Aalen, Böbingen An Der Rems, Westhausen, Schechingen, Waldhausen, Heubach, Neuler, Bopfingen, Rainau, Gschwend, Lorch, Oberkochen, Täferrot, Mutlangen, Bartholomä, Wört, Waldstetten, Tannhausen, Stödtlen, Spraitbach, Ruppertshofen, Obergröningen, Leinzell, Jagstzell, Hüttlingen, Göggingen, Eschach, Ellenberg, Durlangen, Adelmannsfelden, Abtsgmünd, Essingen, Heuchlingen.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Baden-Württemberg.

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