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Die Prignitz eröffnet unterschiedliche Blicke in die Geschichte: In Seddin sind bronzezeitliche Bodendenkmale oberirdisch sichtbar; in Bad Wilsnack steht die spätgotische Hallenkirche St. Nikolai im mittelalterlichen Wallfahrtsort. Die sichtbaren Bodendenkmale besitzen besonderen Demonstrations-, Anschauungs- und Erlebniswert. St. Nikolai ist weithin als Wunderblutkirche bekannt. In ihrem Inneren befinden sich ein hölzerner Wunderblutschrein aus dem 15. Jahrhundert mit bemalten Flügeltüren sowie mittelalterliche Glasmalereien, die als bedeutendste Sammlung ihrer Art in Brandenburg gelten.

Museen erzählen vom Wandel

Im Stadtmuseum „Alte Burg“ in Wittenberge reicht der Blick vom Ackerbürgerstädtchen zur Industriestadt. Zu den Themen gehören die Produktion von Singer- und Veritas-Nähmaschinen und der Wandel von der Kriegszeit zur DDR. Eine andere Perspektive bietet das Steintor: Es stammt aus dem 13. Jahrhundert und beherbergt eine Ausstellung über seine frühere Nutzung als Gefängnis, die Goldenen Zwanziger und die Elbe in Wittenberge.

In der Museumsfabrik Pritzwalk steht die Industrialisierung im ländlichen Raum im Mittelpunkt der Dauerausstellung. Besucher können außerdem in der Museumsdruckerei und der Handweberei selbst aktiv werden. Das Stadt- und Regionalmuseum Perleberg, 1905 gegründet, präsentiert wesentliche Bereiche der Kulturgeschichte der westlichen Prignitz und der Stadt Perleberg von der Steinzeit an. Im Schlossmuseum Meyenburg führt ein Prignitzer als roter Faden durch die Ausstellung zur Geschichte der Prignitz im 20. Jahrhundert.

Dorfleben, Pfarrhaus und Burg

In Blüthen geben zwei Museen Einblicke in unterschiedliche Seiten des Alltags: Das Prignitzer Dorfmuseum zeigt einen alten Klassenraum und Produkte alten Handwerks. Das Pfarrhausmuseum vermittelt anhand des Gemeindearchivs mit Beständen bis ins 17. Jahrhundert und des Nachlasses von Karl und Gerlinde Groß die frühere Lebenswelt eines evangelischen Pfarrhauses.

Die Plattenburg ist Norddeutschlands einzige erhaltene Wasserburg und gab der Gemeinde Plattenburg ihren Namen. Auch Wege führen hier zusammen: Der Pilgerweg Berlin-Wilsnack verläuft durch Plattenburg, während die Bischofstour an der Plattenburg Halt macht. In Blüthen ist die Kirche eine Radwegekirche und liegt direkt am 410 Kilometer langen Elbe-Müritz-Rundweg, der Fluss und Seen verbindet.

Zu Fuß und mit dem Rad durch die Landschaft

Der brandenburgische Teil des länderübergreifenden Biosphärenreservats „Flusslandschaft Elbe – Brandenburg“ umfasst etwa 53.000 Hektar und liegt fast vollständig im Landkreis Prignitz. Eine konkrete Möglichkeit, die Auenlandschaft zu Fuß kennenzulernen, ist der 14 Kilometer lange Rundwanderweg Auenwildnis. Er führt durch Auwälder im Gebiet der Deichrückverlegung.

Für Radtouren verfügt die Prignitz über 1.100 Kilometer ausgewiesenes Radwegenetz. Hinzu kommen 17 empfohlene Radtouren, die auf regionale Sehenswürdigkeiten und besondere Merkmale der Region ausgerichtet sind. Da sich Netzangaben mit der Zeit aktualisieren können, prüfen Sie vor der Fahrt die aktuellen Routeninformationen. Der Elbe-Müritz-Rundweg bietet eine weitere Orientierung: Auf seiner 410 Kilometer langen Strecke verbindet er Fluss und Seen. Die Kirche in Blüthen liegt direkt an diesem Weg und ist als Radwegekirche ausgewiesen.

Flussausflüge und Naturerlebnisse

Für erfahrene Paddler gibt es auf der Elbe Touren mit Tierbeobachtungen im Biosphärenreservat. Das BUND-Besucherzentrum Burg Lenzen bietet geführte Kanutouren auf der Löcknitz für Familien, Erwachsene und Schulklassen an; sie verbinden Naturerlebnis mit Umweltbildung. Die Termine werden auf Anfrage vereinbart. Im Besucherzentrum Burg Lenzen stehen außerdem die Natur- und Kulturgeschichte der Flusslandschaft, Auenökologie, Hochwasserschutz und das Biosphärenreservat im Mittelpunkt. Dort wird auch die 1.000-jährige Geschichte der Stadt Lenzen kulturgeschichtlich erlebbar.

Ausflüge mit Fahrgastschiffen sind auf Seen sowie auf Havel und Elbe möglich; außerdem gibt es Prignitzer Badegewässer. Einzelne Angebote können saisonal sein, prüfen Sie daher vor einem geplanten Ausflug die passenden Termine. In Rühstädt zeigt das NABU-Besucherzentrum die Ausstellung „Weltenbummler Adebar“ zum Weißstorch und eine Live-Übertragung der Fütterung von Storchenjungen. Zum Programm gehören außerdem Projekttage für Schulklassen, Ferienprogramme, Dorfführungen und thematische Veranstaltungen für verschiedene Altersgruppen.

Einblicke in regionale Angebote

Bei der Straußenfarm Westprignitz gehören Führungen für Gruppen ab acht Personen nach telefonischer Vereinbarung zum Angebot; dazu zählt auch eine Verkostung von Straußenwurst. Bitte klären Sie die Buchungs- und Gruppendetails vor Ihrem Besuch telefonisch.

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