Arlesheim liegt im Birseck zwischen der Birs und der Flanke des Berges Gempen. Besonders eindrücklich begegnen sich hier Sakralbau und Gartenlandschaft: Der Dom erzählt von Orgelmusik und Rokoko, die Ermitage von historischer Landschaftsgestaltung. Hinzu kommen ein Bauerngarten an einem alten Kirchenstandort, Burgen und Ausstellungsräume – Entdeckungen, die sich verschiedenen Interessen widmen.
Silbermann-Orgel und Rokoko im Dom
Der Dom von Arlesheim wurde 1679 begonnen und am 26. Oktober 1681 eingeweiht. Später liess ihn Franz Anton Bagnato verlängern und im Stil des reifen Rokoko umgestalten. Der Hochaltar besteht aus neun Sorten echtem Marmor. Im Langhaus zeigt ein Deckengemälde von Giuseppe Appiani die Verherrlichung Mariens durch die damals bekannten Erdteile Europa, Asien, Afrika und Amerika. Architektur, Material und Bildprogramm geben dem Innenraum unterschiedliche historische und künstlerische Ebenen.
Ein besonderes Instrument ist die Silbermann-Orgel von 1761: Sie ist die einzige noch spielbare Orgel von Johann Andreas Silbermann in der Schweiz. Im Dom finden Gottesdienste der römisch-katholischen Kirchgemeinde und immer wieder Konzerte statt, meist mit Mitwirkung der Orgel. Die Domkonzerte gehen auf 1974 zurück; die Saisonpublikation 2025 nennt durchschnittlich vier Konzerte pro Jahr. Das damalige Programm umfasste geistliche Vokalmusik mit Alte-Musik-Ensembles sowie Orgelrezitale auf der historischen Silbermann-Orgel.
Bei einer Führung werden Bau- und Kulturgeschichte des Doms sowie das Bildprogramm des Innenraums erläutert. Auf Wunsch kann eine Orgelvorführung dazugehören. Wenn Sie eine Führung oder ein Konzert einplanen, prüfen Sie die aktuellen Termine und Möglichkeiten vorab.
Ermitage und Gartenräume
Die Ermitage zählt zu den bedeutendsten historischen Landschaftsgärten der Schweiz und steht seit 1999 unter Denkmal- und Naturschutz. Sie ist öffentlich zugänglich und vom historischen Ortskern Arlesheims zu Fuss erreichbar; prüfen Sie vor dem Besuch die örtlichen Bedingungen. In der näheren Umgebung finden sich unter anderem ein Weiher, ein sanft ansteigender Hügel, alte Bauernhäuser, eine kleine Burg, Wiesen und kräftige Bäume. So lassen sich historische Gartenanlage und umgebende Landschaft als zusammenhängender Entdeckungsraum wahrnehmen, ohne dass beides dasselbe ist.
Eine andere Art von Garten erzählt der Arlesheimer Bauerngarten: Er liegt auf dem früheren Standort der der heiligen Odilie geweihten Pfarrkirche und ihres Friedhofs. Rund 800 Quadratmeter Fläche verteilen sich auf sechs eingefasste Pflanzbeete. Angebaut werden vor allem historische, seltene oder bedrohte ProSpecieRara-Gemüsesorten; Tafeln kennzeichnen sie. Die Auswahl der Pflanzen kann wechseln. Gerade dieser Garten verbindet einen überschaubaren Ort mit der langen Geschichte des Grundstücks und macht zugleich unterschiedliche Sorten sichtbar.
Burgen, Kunst und Ortsgeschichte
Dom, Ermitage und Burg Reichenstein bilden die drei historischen Wahrzeichen Arlesheims. Die Burg geht auf das 13. Jahrhundert zurück; zum Gelände der Stiftung gehören mehr als 54 Hektar, überwiegend bewaldet. Vom Turmzimmer reicht der Rundblick über das Birstal, die Vogesen und Basel bis zum Schwarzwald. Schloss Birseck setzt einen anderen Akzent: Im Schlosshof stehen Hecken, Bäume und Rosen; die neogotischen Wandmalereien wurden 2007 nach Originalvorlagen rekonstruiert, im selben Jahr wurde das Schloss renoviert.
Auch die Trotte und der Trottenplatz erzählen von der Gestaltung des Orts. Die Trotte verfügt über einen grossen Mehrzweckraum für Ausstellungen und Konzerte sowie über einen Raum für das Ortsmuseum. Der Trottenplatz beim Zugang zum Friedhof wurde auch als Marktplatz konzipiert – eine historische Idee, keine Aussage über heutige Marktaktivität. Kunst erleben Sie zudem im Forum Würth Arlesheim: Dort wechseln Ausstellungen, vorwiegend mit Werken aus der Sammlung Würth; der Eintritt ist kostenlos. Führungen, Workshops, Vorträge und kulturelle Veranstaltungen ergänzen das Angebot, dessen Programm sich ändern kann.
Wege und praktische Orientierung
Wer mehrere historische Orte verbinden möchte, findet unterschiedliche Routenbeschreibungen: Die Burgentour zur Ruine Schloss Birseck führt durch den englischen Landschaftsgarten Ermitage und erschliesst zwei Ruinen. Die Rundwanderung Ermitage & Goetheanum führt zunächst durch die Ermitage, an der Burgruine Birseck vorbei, über den Hornichopf zur Burgruine Dorneck und anschliessend am Goetheanum vorbei. Auch die erste ViaSurprise-Etappe von Dornach-Arlesheim nach Seewen führt am Dom und an der Ermitage vorbei. Prüfen Sie die Bedingungen der Wege vor dem Aufbruch.
Für eine andere Bewegungsart ist der Bike Trail Arlesheim ein professionell angelegter Abfahrtstrail am Gempen mit Anliegerkurven, Tables, Wellen und Sprüngen. Die Strecke ist rollbar gestaltet; Sprungmöglichkeiten gibt es je nach Fahrkönnen. Für die Anreise ist die Tramstation Arlesheim Dorf barrierefrei; die Linie 10 fährt zum Bahnhof Basel SBB. Arlesheim und Dornach teilen sich ausserdem einen Bahnhof an der Jurabahn, an dem die S-Bahn-Linie 3 halbstündlich zwischen Basel und Laufen verkehrt. Ein Café mit lokalem Bezug ist das inklusive Café Einzigartig, in dem Menschen mit Behinderungen eine Barista-Ausbildung absolvieren. Diese verschiedenen Angebote setzen jeweils eigene Schwerpunkte – von Baugeschichte und Kunst bis zu Gartenlandschaft und Bewegung.
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