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In Glarus lässt sich Erdgeschichte an einer sichtbaren Gesteinsgrenze erzählen: In der UNESCO-Welterbestätte Tektonikarena Sardona sind die Glarner Hauptüberschiebung und die Gesteinsaufschlüsse darüber und darunter dreidimensional sichtbar. Die Struktur macht anschaulich, wie sich die Alpen aufgefaltet haben. Von diesem geologischen Thema führt der Blick in eine Landschaft aus engen Tälern, steilen Felswänden und Bergseen.

Erdgeschichte und Berglandschaft

Die Glarner Alpen erheben sich über engen Flusstälern und beherbergen den grössten nacheiszeitlichen Bergsturz im zentralen Alpenraum. Das Linthtal durchzieht den Kanton; zu seinen Landschaftsmerkmalen zählen auch Gletscherreste und weite Alpen. Der Tödi ist mit 3612 Metern der höchste Gipfel des Kantons. So begegnen Ihnen in Glarus sowohl grosse geologische Zusammenhänge als auch konkrete Weg- und Landschaftsthemen.

Die Tektonikarena Sardona bietet Tagesausflüge und mehrtägige Wanderungen mit Gepäcktransport und persönlicher Geo-Begleitung. Eine panoramische Bergwanderung führt durch Landschaften, deren Erdgeschichte 300 Millionen Jahre umfasst. Auf der zweiten Etappe der Via GeoAlpina von Elm nach Linthal ist die Glarner Hauptüberschiebung besonders gut sichtbar. Das sind unterschiedliche Möglichkeiten, sich mit dem Gebirge und seiner Entstehung zu befassen.

Wanderwege mit verschiedenen Zeitmassstäben

Wer längere Strecken im Blick hat, findet die Via Glaralpina: Der Weitwanderweg im Hochland des Glarnerlands verbindet Glarus Nord, Glarus und Glarus Süd auf rund 230 Wanderkilometern mit 18'500 Höhenmetern im Auf- und Abstieg. Daneben gibt es auf dem Gemeindegebiet Glarus rund 170 Kilometer offizielle Wanderwege. Diese Zahlen beziehen sich auf unterschiedliche Angebote und geografische Massstäbe; die Via Glaralpina ist eine Weitwanderung, die Wegangabe zur Gemeinde Glarus ein örtlicher Überblick.

Im Kanton Glarus gibt es Möglichkeiten zum Wandern, Klettern, für Skitouren, Schneeschuhtouren und Winterwandern. Zugleich ist die Region von steilem Gelände sowie Berg- und Alpinwanderwegen geprägt. Am Klöntalersee bietet sich ein anderer Zeitmassstab: Ein etwa zweistündiger Spaziergang führt am Ufer entlang, wobei der Weg abschnittsweise schmal ist. Um den See gibt es zudem eine leichte Wanderung. Baden, Surfen, Fischen und Eistauchen sind dort möglich; entstanden ist der See ursprünglich durch einen Bergsturz.

Textilgeschichte und Industriekultur

Im Museum des Landes Glarus im Freulerpalast treffen dauerhafte und wechselnde Ausstellungen aufeinander, die Geschichte und Kultur des Kantons behandeln. Einen eigenen Schwerpunkt setzt die Dauerausstellung «Glarner Textildruck»: Sie wurde 2024 eröffnet und vermittelt die über 250-jährige Geschichte des Glarner Textildrucks. Stoffe, Werkzeuge und Fotografien veranschaulichen das handwerkliche Können und den Handel der Textildruckereien. Für eine vertiefte Beschäftigung mit dem Thema bietet das Museum Führungen von 60 oder 90 Minuten Dauer an.

Auch ausserhalb der Ausstellung ist das Erbe der Textilindustrie noch heute in ehemaligen Fabrikgebäuden sichtbar. Der 50 Kilometer lange Glarus Industrial Trail verläuft durch das Linth- und Sernftal und ist als Rad- und Wanderweg angelegt. Entlang der Strecke liegen alte Fabriken, Fabrikantenvillen, Kraftwerke und Kanäle ebenso wie moderne Fabriken. Die Gegenüberstellung macht die industrielle Prägung des Kantons auf unterschiedliche Weise greifbar.

Weitere Einblicke bieten Häuser mit anderen Schwerpunkten: Das Kunsthaus Glarus ist eine Plattform für schweizerische und internationale zeitgenössische Kunst. Das Museum Mollis zeigt in seiner Dauerausstellung Informationen zur Geologie und zu Fossilien des Glarnerlands. Beim Geological City Walk in Glarus werden Fossilien aus dem Zeitalter der Dinosaurier sichtbar. Eine deutschsprachige Faltbroschüre, «Brunnentrog und Haifischzahn», führt ausserdem zu 16 geologisch bedeutsamen Bausteinen in Glarus.

Lokale Themen und gelebte Tradition

Der Schabziger Mountain Trail verbindet eine Wanderung mit kulinarischen Höhepunkten und Einblicken in die alpine und bergwirtschaftliche Entwicklung des Kantons. Zehn Tafeln erläutern Geschichte, Herstellung und Vermarktung des Schabzigers. Wenn Sie sich für die Herstellung handgefertigter Schokolade interessieren, bietet die Erlebniswelt «House of Läderach» einen Blick hinter die Kulissen; prüfen Sie vor dem Besuch die aktuellen Besuchsinformationen.

Zur politischen Kultur gehört die Landsgemeinde, eine langjährige Tradition der direkten Demokratie. Dabei entscheiden Stimmberechtigte unter freiem Himmel über Gesetze und Wahlen. Zusammen mit der Textil- und Industriekultur zeigt dieses Thema eine weitere Seite Glarus: Nicht nur die Landschaft, sondern auch Arbeit, Handel und öffentliche Entscheidungsformen prägen die Entdeckungen im Kanton.

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