Braunau am Inn bietet einen Einstieg über Stadtgeschichte und Kulturwege; im Bezirk ergänzt die Landschaft entlang des Inns das Bild. Für die Planung stehen damit sowohl konkrete historische Ziele als auch Aktivitäten im Freien im Mittelpunkt.
Stadtwege und Kunst im öffentlichen Raum
Der Stadterlebnisweg führt zu historischen Originalschauplätzen in der Altstadt und ist durch acht Pylone gekennzeichnet. Einen anderen Schwerpunkt setzt der Skulpturenweg Braunau am Inn: Seine acht Stahlplastiken wurden 2023 im Rahmen eines Bildhauer-Symposiums für Braunau am Inn angefertigt. Der Weg führt vom Palmplatz über den Malerwinkel bis zur Stadtmauer. So stehen ein Rundgang zu historischen Schauplätzen und eine Route mit zeitgenössischen Skulpturen als unterschiedliche Zugänge zur Stadt bereit.
Durch das Wassertor gelangt man zum Innufer und zu den mächtigen Mauern der einstigen Stadtbefestigung. Hier treffen ein Zugang zum Fluss und ein Zeugnis der früheren Befestigung aufeinander – ein eigener Anknüpfungspunkt für alle, die sich für die historische Stadtgestalt interessieren.
Museen und Geschichte
Die Historische Badestube Vorderbad ist seit November 2004 als Museum öffentlich zugänglich. Leuchtpulte, Projektionen und Hörstationen vermitteln Wissenswertes über das mittelalterliche Baden, verschiedene Heilpraktiken, die Lebensweise in der Stadt und archäologische Funde. Der Besuch verbindet damit Alltagsgeschichte und archäologische Themen, statt sich auf einen einzelnen Aspekt des Badens zu beschränken.
Das Bezirksmuseum Herzogsburg dokumentiert die lange und wechselvolle Geschichte der Stadt Braunau am Inn und des Bezirks. Seine Kunst und Kultur reicht von der Frühgeschichte bis in die Gegenwart. Zu den Ausstellungsstücken zählen der hallstattzeitliche Uttendorfer Goldhalsring und weitere archäologische Objekte, darunter eine seltene tönerne Schnabelkanne. Diese Beispiele zeigen, wie sich ein breiter historischer Überblick mit einzelnen, genauer benennbaren Sammlungsstücken verbindet.
Das Franz Xaver Gruber Gedächtnishaus vermittelt die bäuerliche Wohn- und Arbeitswelt der Epoche sowie Wissenswertes über das Leben des Komponisten und die Entstehung von „Stille Nacht, Heilige Nacht“. Es befindet sich in einem mehr als 200 Jahre alten Holzbau, der in Stil, Form und Gestaltung dem Geburtshaus Grubers entspricht. Im Haus ist unter anderem der Webstuhl zu sehen, an dem er das Weben erlernte. Architektur, Alltagsgeschichte und Musikgeschichte stehen hier nebeneinander.
Bauwerke und Erinnerungsorte
Die Pfarrkirche St. Pankratius in Ranshofen und das Kloster wurden 1699 anlässlich des 800-jährigen Gründungsjubiläums im Barockstil renoviert. In der Kirche sind die sechs Seitenaltäre mit kunstvollen Akanthusdekorationen geschmückt, die als „Akanthusallee“ bekannt sind. Für den Blick auf die Ausstattung lohnt es sich, neben der Baugeschichte auch diese besondere Bezeichnung im Gedächtnis zu behalten.
Die Pfarrkirche St. Radegund ist ein gotischer Kirchenbau, den Bischof Englamar von Chiemsee 1422 weihte. Seit 2016 enthält sie Reliquien des 2007 seliggesprochenen Franz Jägerstätter. Das Jägerstätter-Haus ist am ehemaligen Wohn- und Arbeitsort von Franz und Franziska Jägerstätter zugleich Museum und Gedenkort. Besichtigungen und Führungen sind nach Voranmeldung möglich; klären Sie den Besuch vorab, wenn Sie ihn einplanen.
Der etwa 1,5 Kilometer lange Franz-Jägerstätter-Weg folgt teilweise der Strecke, die Franz Jägerstätter täglich zur Kirche ging, und führt an einem Friedensdenkmal vorbei. Die ungefähre Länge und der Bezug zur historischen Wegstrecke geben dem Rundgang einen anderen Charakter als einem Museumsbesuch; eine Gehzeit ist damit nicht festgelegt.
In der näheren Umgebung, in Hochburg-Ach, verläuft außerdem der Franz-Xaver-Gruber-Friedensweg als Rundweg mit insgesamt sieben Elementen. Er bietet einen weiteren thematischen Bezug zu Grubers Lebenswelt, ohne mit dem Rundgang durch die Altstadt verwechselt zu werden.
Unterwegs am Inn
Die Landschaft entlang des Inns im Bezirk Braunau am Inn wird von Einheimischen und Touristen zum Radfahren, Wandern und für Wassersport genutzt. Für die Radplanung unterscheiden sich die beschriebenen Routen deutlich in ihrem Umfang und Charakter: Die R203 Entdecker-Radtour ist eine 180 Kilometer lange Schleife. Sie beginnt in Braunau am Inn, führt über das Ibmer Moor und kehrt über den Tauernradweg nach Braunau zurück. Etwa 90 Prozent der Strecke verlaufen auf asphaltierten Wegen, etwa 70 Prozent auf Nebenstraßen. Diese Oberflächenangaben können sich durch Routenaktualisierungen ändern; prüfen Sie sie vor einer konkreten Tour.
Der Innradweg verläuft im Innviertel durchgehend eben, führt durch Aulandschaften und eignet sich dadurch auch für Familien. Er ist mit dem Zug über Braunau am Inn erreichbar. Damit bieten die R203 und der Innradweg unterschiedliche Orientierungspunkte für die Auswahl: Bei der R203 sind eine lange Schleife und ihre Streckenoberflächen beschrieben, beim Innradweg die ebene Streckenführung, die Aulandschaft und eine Anreisemöglichkeit mit dem Zug.
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